Partnersuchmaschinen I
Anbieter A, der damit wirbt, besonders hochklassige und anspruchsvolle Kandidaten zu vertreten, bietet die üblichen "wissenschaftlich fundierten" Fragen und Tests.
Was dabei heraus kommt, weiß ich ohnehin. Ich bin extrem tolerant und distanziert, halte Liebe nicht für eine Schicksalsmacht und alles andere liegt in der Norm. Daß ich langsam auftaue und dann sehr anschmiegsam sein kann, bildet der Test nicht ab. Es ist ein Ist-Status.
Meine Texte der "Ich über Mich"-Abteilung sind witzig und unpathetisch. Mir geht es darum, Aufmerksamkeit zu erregen. Wie ich ticke, das sollen die Männer, die sich interessieren, schon selbst entdecken.
Mein Haupt-Foto ist so, daß man auch ohne Freigabe ahnt, daß ich gut aussehen kann. Die Freischaltung der Texte geht schnell. Aber wie immer kommen vorher schon die Anfragen der Frischfleischinteressenten und Torschlußpaniker, man will mich teilweise ohne Anschreiben direkt treffen.
Da wir uns in diesem abgezäunten Gelände auf der Jagd befinden, geht das in Ordnung. Ich habe nur kein Interesse daran, nach einem Schnellschuß zusammenzubrechen, meine Herren. Tut mir leid.
Außerdem wäge ich immer noch ab, welchen Anbieter ich wähle, sichte die Vorschläge und ich kann nicht antworten.
Das Sichten ernüchtert mich etwas. Ein guter Teil ist nur mit den notwendigsten Daten versehen, es sind nur wenige (natürlich verfremdete) Fotos dabei. Männer, die mein Profil interessiert, sind meistens 20 Jahre älter als ich. Daran werde ich mich gewöhnen müssen.
Großer Vorteil dieses Anbieters ist, daß der Status der Mitglieder offen liegt. D.h. zahlendes Mitglied oder nicht, seit längerem gelistet, ohne einen Vertrag abzuschließen, letztes Login etc. Damit sind Karteileichen und Blindfische relativ gut zu umschiffen.
Der überwiegende Anteil der Leute ist tatsächlich Akademiker, der eine oder andere Handwerksmeister oder Gastronom ist auch dabei. Einer bezeichnet sich als Kleinunternehmer und outet sich - wenn er das ernst meint - sofort als Geringverdiener.
Keine zwei Stunden nach meiner Anmeldung bekomme ich Post vom Traummann aller Frauen schlechthin: dem schlanken, sensiblen, reflektierten, fürsorglichen Oberarzt in leitender Position. Seine Vorstellungstexte lesen sich wie ein Arztroman. Zu dieser Perfektion in der Selbstdarstellung hat es niemand anders um ihn herum geschafft. Was er in der Mail an mich schreibt, das kann ich leider nicht lesen, dazu müßte ich bezahlen.
Kinder, verarschen kann ich mich alleine.
Was dabei heraus kommt, weiß ich ohnehin. Ich bin extrem tolerant und distanziert, halte Liebe nicht für eine Schicksalsmacht und alles andere liegt in der Norm. Daß ich langsam auftaue und dann sehr anschmiegsam sein kann, bildet der Test nicht ab. Es ist ein Ist-Status.
Meine Texte der "Ich über Mich"-Abteilung sind witzig und unpathetisch. Mir geht es darum, Aufmerksamkeit zu erregen. Wie ich ticke, das sollen die Männer, die sich interessieren, schon selbst entdecken.
Mein Haupt-Foto ist so, daß man auch ohne Freigabe ahnt, daß ich gut aussehen kann. Die Freischaltung der Texte geht schnell. Aber wie immer kommen vorher schon die Anfragen der Frischfleischinteressenten und Torschlußpaniker, man will mich teilweise ohne Anschreiben direkt treffen.
Da wir uns in diesem abgezäunten Gelände auf der Jagd befinden, geht das in Ordnung. Ich habe nur kein Interesse daran, nach einem Schnellschuß zusammenzubrechen, meine Herren. Tut mir leid.
Außerdem wäge ich immer noch ab, welchen Anbieter ich wähle, sichte die Vorschläge und ich kann nicht antworten.
Das Sichten ernüchtert mich etwas. Ein guter Teil ist nur mit den notwendigsten Daten versehen, es sind nur wenige (natürlich verfremdete) Fotos dabei. Männer, die mein Profil interessiert, sind meistens 20 Jahre älter als ich. Daran werde ich mich gewöhnen müssen.
Großer Vorteil dieses Anbieters ist, daß der Status der Mitglieder offen liegt. D.h. zahlendes Mitglied oder nicht, seit längerem gelistet, ohne einen Vertrag abzuschließen, letztes Login etc. Damit sind Karteileichen und Blindfische relativ gut zu umschiffen.
Der überwiegende Anteil der Leute ist tatsächlich Akademiker, der eine oder andere Handwerksmeister oder Gastronom ist auch dabei. Einer bezeichnet sich als Kleinunternehmer und outet sich - wenn er das ernst meint - sofort als Geringverdiener.
Keine zwei Stunden nach meiner Anmeldung bekomme ich Post vom Traummann aller Frauen schlechthin: dem schlanken, sensiblen, reflektierten, fürsorglichen Oberarzt in leitender Position. Seine Vorstellungstexte lesen sich wie ein Arztroman. Zu dieser Perfektion in der Selbstdarstellung hat es niemand anders um ihn herum geschafft. Was er in der Mail an mich schreibt, das kann ich leider nicht lesen, dazu müßte ich bezahlen.
Kinder, verarschen kann ich mich alleine.
Heidischnucke - 26. Feb, 19:36